Begegnung ĂĽber die Konfessionen hinweg

Begegnung ĂĽber die Konfessionen hinweg

von Matthias Kägi | 11.02.2013

Ende Januar trafen sich Verantwortliche aus 34 christlichen Gemeinschaften der Schweiz, um ein Zeichen für die Einheit über Konfessionen hinweg zu setzen. Die VBG gehörte zu den Organisatoren.

"Wir wollen das Gemeinsame teilen, aber die Unterschiede nicht leugnen", heisst es in einem Papier, das das Selbstverständnis der Spurgruppe "Miteinander auf dem Weg" auf den Punkt bringt. Sie besteht aus Vertretern von zehn Gemeinschaften verschiedener Kirchen und hat Ende Januar eine Versammlung für Verantwortliche aus der ganzen Schweiz organisiert. In der Spurgruppe sind neben der VBG die Fokolarbewegung, die Kommunität Don Camillo, die Schönstatt-Bewegung, Jahu Biel, der Diakonieverein Nidelbad, Vineyard, die Schwesterngemeinschaft Ländli, die Gemeinschaft der Seligpreisungen und die Erneuerung aus dem Geist Gottes vertreten. Durch die gegenseitige Liebe zwischen den Gemeinschaften solle das Bemühen um Einheit eine neue Dimension erhalten und zum Zeugnis für Kirche und Gesellschaft werden, heisst es weiter. "Was im kleinen Kreis erfahrbar wurde, soll auch im grösseren Rahmen zum Tragen kommen."

"Herzensbegegnungen" zwischen den Konfessionen

Die 14 Mitglieder der Spurgruppe treffen sich seit 2004 drei bis vier Mal im Jahr reihum in einer andern Gemeinschaft und organisieren gemeinsam die Treffen fĂĽr Verantwortliche aus aus der deutschen, französischen und der italienischen Schweiz. Bei der diesjährigen Versammlung in Montmirail bei Thielle (NE) kamen rund 60 Vertreter/innen von 34 Gemeinschaften und Bewegungen zusammen. "Seit 2004 bin ich auf einer Entdeckungsreise", begrĂĽsst sie Werner Weiss, Gastgeber und Leiter der Kommunität Don Camillo in Montmirail. Es sei eine Entdeckungsreise zueinander, zu den Schätzen der Bewegungen, denen die Anwesenden angehören. Daraus wĂĽrden neue Beziehungen in einer Tiefe und Lebendigkeit entstehen, deren Qualität am ehesten als "Herzensbegegnungen" zu bezeichnen seien, ergänzte Benedikt Walker, der Leiter der VBG.



Differenzen offenlegen

Neben den gemeinsamen Gebetszeiten fanden parallel ein Abendmahls- und ein Eucharistiegottesdienst statt. Die Spurgruppe hatte bewusst diese Form gewählt, um die vorhandenen Differenzen nicht zu übertünchen, sondern offenzulegen. Das respektvolle Teilen von gegenseitigem Unverständnis rücke die Liebe ins Zentrum, erklärten die Organisatoren. Die Liebe verbinde auch dort, wo das Verstehen aufhört – im Vertrauen auf Christus, den einen Hirten, von dem sich alle führen lassen wollten. Christus schaffe eine Einheit, die Verschiedenheit nicht annulliert, sondern andere Menschen wertschätzt als Personen, die sich ebenfalls von Gott führen lassen.

Bitte um Versöhnung

Das Programm fĂĽhrte vom Teilen konkreter Erfahrungen in der eigenen und mit andern Bewegungen ĂĽber das gemeinsame Lesen eines Bibeltextes zu der Frage, welchen Stellenwert das Wort Gottes in den einzelnen Gemeinschaften habe.

Bitte um Versöhnung

Die Teilnehmenden setzten sich mit Verletzungen in Familie, Kirche und Gemeinschaft auseinander und suchten nach möglichen Wegen für Versöhnung und Heilung. Mit dem Lied "Come Holy Spirit, heal and reconcile" mündeten die Reflexionen in eine konkrete Bitte an das Wirken Gottes. Brennende Kerzen auf dem Altar, die Menschen oder Situationen symbolisierten, in denen Versöhnung und Heilung geschehen soll, unterstrichen das Anliegen.

Kirchenverständnis klären

Im Schlussplenum wurden Anliegen und Ziele zusammengefasst zuhanden der Spurgruppe. Man wolle ĂĽber einen neuen "Miteinander"-Anlass auf nationaler Ebene nachdenken, Jugendliche vermehrt einbeziehen und auch thematisch arbeiten, zum Beispiel zum Kirchenverständnis oder zu Eucharistie und Abendmahl.


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